So, dann mal zu meiner Geschichte, obwohl der Titel unpassend ist, weil ich hier nicht mein komplettes Leben, also von der Kindheit an reinschreiben werde, weil nie irgendwas spektakuläres passiert ist, ein Ereignis aus meiner Kindheit gibt es, ja, das werde ich beschreiben, aber danach werde ich in einem anderen Lebensabschnitt, in dem ich 15 Jahre alt war, weitermachen.

Das erste "zerreißende" Ereignis in meinem Leben war der Tod meines Opas, den ich mehr liebgewonnen hatte, als den Rest meiner Familie. Ich habe den Tod, im Gegensatz zu den anderen Familienmitgliedern, allein verarbeitet, oder wohl eher versucht zu verarbeiten, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich das jemals getan hab. Vielleicht war es auch ein Fehler, es allein zu versuchen, die Trauer in mich hineinzufressen, aber die Erkenntniss würde jetzt wohl ein bisschen spät kommen. Naja, wie auch immer, ca. ein Jahr nach dem Tod meines Opas ging in unserer Familie alles drunter und drüber. Meine Eltern zerstritten sich mit meiner Oma, meiner Tante und meinem Onkel. Wir wohnten weiterhin mit meiner Oma in einem Haus, hatten aber getrennte Wohnungen (war aber vorher auch schon so). Ich kam und komme damit nicht klar, da meine Eltern mir für mich wichtige Menschen, z.B. meine Cousine und meinen Cousin, einfach so ohne mich zu fragen aus meinem Leben gerissen haben. Alles das dachte ich verarbeitet zu haben, aber ich merke wie ich immer noch damit kämpfe mir nicht die Schuld an irgendwas zu geben, was den Streit betrifft.
Jetzt zu dem, was mich seit fast einem dreiviertel Jahr beschäftigt. Letztes Jahr (2010) im Herbst habe ich angefangen mich selbst zu verletzen. Am Anfang eher "harmlos", doch ziemlich schnell schnitt ich tiefe Wunden in meinen linken Arm. Ich habe nach einem Grund dafür gesucht und hatte so beschlossen, dass der Schulstress und der damit zusammenhängende Druck, der hauptsächlich von meinem Vater ausging, alles ausgelöst hatte.
Ich weiß bis heute nicht, ob das der wahre Grund dafür ist!                       
Damals habe ich mich meinen Freunden anvertraut, was bei einigen ein Fehler war, wie ich später merken durfte. Erstmal wollte ich aber nur mit jemandem reden, weil ich nicht wusste, was ich machen sollte. Also habe ich mit 2 Freundinnen, eine davon meine eigentlich beste Freundin, überlegt was ich machen kann. Meinem jetzt besten Freund hatte ich auch davon erzählt, der aber dachte seine Unterstützung wär mir nicht so wichtig, wie er mir ein bisschen später erzählte. Meine Freundinnen und ich machten einen Termin bei einem Psychologen, der mich widerum zu einer anderen Psychologin schickte. Ich hatte ein paar Termine, alle in Freistunden, damit meine Eltern nichts merkten. Als ich dann zu der Psychologin ging, um einen Termin für ein Vorgespräch zu machen, meinte sie ich könnte keine Therapie beginnen, wenn meine Eltern nicht Bescheid wüssten (weil ich noch 15 war). Sie gab mir trotzdem einen Termin und ich saß in der "Patsche". Ich wollte meinen Eltern auf keinen Fall sagen, was ich tat, dachte, etc. aber ich wollte diese Therapie machen. Also beschloss ich es meinen Eltern zu sagen und deren Reaktion war schlimmer als erwartet. Meiner Mutter reagierte zwar zuerst mit naja ich will nicht sagen Verständnis, aber sie wusste am Anfang wie sie mit mir Umgehen sollte (Sie selbst litt früher an leichten Depressionen und schweren Angstzuständen). Doch mein Vater ist absolut, naja ausgerastet, hat mir Vorwürfe gemacht, was mir einfallen würde ihm sowas anzutun. Er wollte mich sofort in eine Klinik gehen, weil ich mich nicht auf seinen "Deal" einlassen wollte, ihm jeden Tag meinen Arm zu zeigen, damit er kontrollieren kann, dass ich mich nicht mehr schneide. Meine Mutter fuhr am gleichen Abend noch mit mir zu unserem Hausarzt, der meinen Eltern klarmachte, dass sie mich zu der Psychologin gehen lassen sollen und abwarten sollen, mit ihr reden sollten und mich nicht sofort in eine Klinik "abschieben" sollten.
Ich ging also ab Februar 2011 einmal die Woche zur Therapie, da ich ziemlich schnell einen Platz bekam. Doch ich kam von Anfang an nicht mit meiner Psychologin (bei der ich immer noch bin)
klar, erzählte ihr irgendwann nur noch Lügen. Plötzlich, irgendwann im Mai kündigte mir meine eigentlich beste Freundin, die die ganze Zeit zu mir gehalten hatte, mich unterstützt hatte, aus heiterem Himmel die Freundschaft. Sie komme mit dem Ritzen nicht klar, sagte sie. Sie konnte also über ein Jahr Unzertrennlichkeit, fast geschwisterähnliche Verhältnisse einfach so vergessen, wegwerfen und weitermachen als wär nichts gewesen. Und verlangte das Selbe von mir. Doch ich konnte das nicht so einfach. In der Zeit doch auch schon davor, ich weiß nur nicht mehr genau seit wann, wurde mir mein jetziger bester Freund unglaublich wichtig. Ich konnte und kann ihm alles erzählen, muss mich bei ihm nicht verstellen, nicht das glückliche Mädchen spielen. Er war und ist der Einzige der wenigstens versucht meine Gedanken, Selbstverletzungen, etc. nachzuvollziehen und immer versucht mir zu helfen und einfach nur da ist, damit ich mich irgendwo ausheulen kann (an dieser Stelle übrigens ein riesengroßes Dankeschön an ihn! ♥). Ich hatte also meine beste Freundin verloren, aber musste es wohl oder übel versuchen zu verkraften, was ich auch nach einiger Zeit geschafft hab, denn mittlerweile reden wir wieder ganz normal miteinander, unsere Freundschaft läuft ganz normal, nur reden wir über nichts besonders persönliches mehr. Mittlerweile hat sich aber im Hinblick auf meine Selbstverletzungen und zusätzliche Suizidgedanken, sowie "leichte" Suizidversuche alles verschlimmert. Ich bin in ein sehr tiefes schwarzes Loch voller Depression, Suizidgedanken und einer Menge Selbstverletzung gefallen, war auf der Hälfte und bin nun wieder runtergefallen. Na klar, ich habs bis zur Hälfte geschafft, warum sollte ich es nicht nochmal schaffen? Zu viel Selbsthass hat sich in mir aufgebaut. Ich hasse mein Aussehen und meinen Charakter noch viel mehr. Ich komme mit meinen Gedanken und schon gar nicht mit meinen Gefühlen klar. Ich bin den ganzen Tag eigentlich glücklich, doch abends sitze ich in meinem Zimmer und schneide einfach drauf los. Warum? Weil es gut tut. Weil es erlöst von allem, was da ist. Es ist einfach ein für mich unheimlich gutes Gefühl. Manchmal, vor allem wenn es Streit mit meinem Vater gibt, der seitdem er von den Selbstverletzungen weiß, bei jeder Kleinigkeit ausrastet, mir Vorwürfe macht, versucht mich zu kontrollieren, schneide ich mich um zu fliehen. Ich schneide und denke mich weg, doch leider erreiche ich diesen Zustand nur durch das Schneiden. Wenn ich einen anderen Weg wüsste mir dieses gute Gefühl zu geben oder dem Alltag zu entfliehen, würd ich es sofort machen.. Nein, das ist gelogen. Ich würde es aber versuchen. Warum es gelogen ist? Weil ich manchmal denke "Warum soll ich denn aufhören? Es ist doch mein Problem, ob ich später Narben habe oder es mir jetzt schlecht geht! Es tut mir gut und ich brauche es, also muss ich nicht damit aufhören!" Das Schneiden ist zur Sucht geworden und manchmal will ich einfach nicht mehr kämpfen, um sie zu besiegen. Manchmal möchte ich mein Leben beenden um so wie bisher nicht mehr weiterleben zu müssen.
 

 

 

 

Ich werde diese "Geschichte" weiterführen, sobald es irgendwas Neues gibt, das ich für wichtig genug halte.

 


 


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